Docfest on Tour Ebertplatz Köln

Programm 3. August 2019

 

Kronleuchtersaal

14.30 – 15.00 Einlass
15.00 – 17.00 Film – Above and Below
17.00 – 17.25 Führung Kronleuchtersaal

Unterführung Ebertplatz
18.00 – 18.45 Q&A
19.00 – 19.15 Kölner Wochenschau
19.15 – 20.00 Film – Schauplatz: EBERTPLATZ
20.00 – 20.15 Q&A
20.15 – 20.30 Film – Paradiesvögel im Wunderland
20.30 – 20.45 Q&A
21.00 – 21.30 Lesung Gabi Gillen
21.30 – Ende Drago Riter Ensemble (Sinti Swing)

Essen, Trinken & Music
Das African Drum bietet Speisen und Getränke an.
Das Drago Riter Ensemble (EleganCi) spielt zum Ausklang des Abends

Veranstaltungsort: Ebertplatz und Kronleuchtersaal
50668 Köln, Theodor-Heuss-Ring / Ecke Clever Straße
Straßenbahnlinien 12, 15, 16 und 18 (Ebertplatz)
Eintritt: Frei
Achtung! Begrenzte Raumkapazität im Kronleuchtersaal! Bitte anmelden unter:
docfest@t-online.de

Kronleuchtersaal | © A.Savin, WikiCommons

Above and Below

In Köln wird Docfest on Tour unter die Erde gehen und dort zeigen, was technisch audiovisuell im Augenblick State of the Art ist und dann – überirdisch – die Ursprünge in den siebziger Jahren ausloten.

„Unterhalb“ im Kronleuchtersaal der Kölner Kanalisation wird der Film Above and Below von Nicolas Steiner präsentiert. Er gewann 2016 unter anderem die Lola, den Deutschen Filmpreis in den Kategorien  Dokumentarfilm und Kamera/Bildgestaltung.

Above and Below unternimmt einen dokumentarischen Trip durch eine apokalyptisch anmutende Welt voller Herausforderungen und Schönheit:
Rick und Cindy leben in der Kanalisation unter den funkelnden Straßen von Las Vegas, Dave in einem verlassenen Bunker im ausgetrockneten Niemandsland am Salton Sea in Kalifornien und April in der steinigen Wüste von Utah, wo sie und andere die Übersiedlung auf den Mars trainieren.
Wie kein anderer Dokumentarfilm hat Above and Below die technischen Möglichkeiten der elektronischen Bild- und Tongestaltung ausgeschöpft. Sowohl der Regisseur Nicols Steiner als auch der Kameramann Markus Nestroy werden anwesend sein.

Schweiz/Deutschland |2015 | 118 min
Regie Nicolas Steiner

Platzreservierung: docfest@t-online.de

Führung Kronleuchtersaal

Anno 1890 konnte der Kölner Oberbürgermeister Hermann Becker die erste nachrömische Kanalisation Kölns einschließlich moderner Kläranlage einweihen. Stolz auf das Geleistete wollte man den deutschen Kaiser in die Kanalisation führen, doch der beließ es bei einem Besuch seines Kürassier-Regiments in Deutz. So entging ihm die Kölner Kanalisation samt Kronleuchtersaal, an dessen Decke dem preußischen Regenten zu Ehren zwei Kronleuchter aufgehängt worden waren.

Der bis heute in seiner bautechnisch ausgereiften und eleganten Form unverändert erhaltene Saal gilt als bedeutendes Zeugnis einer großen Ingenieurplanung des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

Der Abgang zum Kronleuchtersaal befindet sich unter einer grün gestrichenen Hydraulik-Bodenklappe in der Grünfläche nahe der nördlichen Kreuzung des Theodor-Heuss-Rings mit der Clever Straße in der Neustadt-Nord.

17.00 Kronleuchtersaal

Kölner Wochenschau und Schauplatz: EBERTPLATZ

„Oberhalb – Above“ – des Kronleuchtersaals auf dem Eberplatz begeben wir uns in die 1970er Jahre, in denen die elektronische Bildaufzeichnung begann.

Die ästhetische und politische Zeitreise beginnt mit zwei Kölner Wochenschauen aus den 1970er Jahren. In den störrischen Videos von Heinrich Pachl († 21. April 2012), dem legendären „Agenten für vertrauensstörende Maßnahmen“, geht es um Missstände, Widerstand und Bürgerinitiativen im Kölner Norden und am Ebertplatz.

Damals  wurden die Wochenschauen in Kneipen gezeigt. Docfest on Tour präsentiert sie und den WDR-Film Schauplatz: EBERTPLATZ in der Ebertplatzunterführung, einem Mahnmal gegen den Brutalismus der 1970er Jahre, welches zur Zeit von Künstlern und Kulturschaffende wiederbelebt wird.

 

19.00 Unterführung Ebertplatz

Kölner Wochenschau: Protest gegen die Stadtautobahn
Heinrich Pachl | Deutschland |1977 | 4 min

Kölner Wochenschau: Die Halbe Wahrheit
Heinrich Pachl | Deutschland |1978 | 10 min

 

Schauplatz: EBERTPLATZ
Christian Maiwurm & Heinrich Pachl | Deutschland |1978 | 43 min

Paradiesvögel im Wunderland

Viktor, Bobo, Aldin, Augustina und ihre Clique wohnen in Köln-Poll in einer Flüchtlingsunterkunft. Sie sind schnell im Kopf, charmant, fast immer unterfordert und seit ihrer Geburt stigmatisiert. Ihre Eltern, Roma aus dem ehemaligen Jugoslawien, kamen als Flüchtlinge in das Land ihrer Träume. Heute sitzen ihre Väter im „Knast“, ihre Mütter gehen betteln oder halten die Ungewissheit nur mit Tabletten aus. Ein Leben ohne Arbeit und Perspektive, zwischen der Hoffnung auf eine neue Duldung und der drohenden Abschiebung.

Seit vier Jahren begleitet die Autorin und Filmemacherin Slavica Vlahovic die Roma-Jugendlichen, lässt sie ihre Geschichten selber erzählen und einen Film über ihr Leben drehen. Es entsteht eine Langzeitbeobachtung über das Erwachsenwerden am Rande unserer Gesellschaft.

20.10 Unterführung Ebertplatz

Deutschland | 2017 | 90 min (Ausschnitt 15 min)
Regie Slavica Vlahovic

DocTalks

Diskussion im Anschluss an die jeweiligen Filme:

18.00 – 18.45: Filmgespräch zu Above and Below mit Nicolas Steiner (Regie) und Marcus Nestroy (Kamera)

20.00 – 20.15: Filmgespräch zu den Filmen von Heinrich Pachl

20.30 – 20.45: Filmgespräch zu Paradiesvögel im Wunderland mit Slavica Vlahovic (Regie) und Joachim Steinigeweg (jfc Medienzentrum):
Vergangenheit und Zukunft des partizipativen Dokumentarfilms

Moderation: Michael Möller

Von Menschen und Monstern – oder: Nur Utopien sind realistisch

Gabi Gillen (Autorenlesung)

Oben und unten, Profit und Armut, Wahrheit und Wirklichkeit – wie viele Flüchtlinge ertrinken unter dem Eberplatz?

In ihrer politisch-satirischen Lesung beschäftigt sich die Autorin Gabi Gillen mit sozialen Spaltungen und Erziehungsmaßnahmen für die Armen, mit den medialen Ventilatoren des Substanzlosen, den Hirnforschern aus der Google-Kiste oder gesundheitsfanatischen Bessermenschen. Und mit Traumtänzern auf dem Boden der Tatsachen.

Nur Utopien sind realistisch.

21.00 Unterführung Ebertplatz

Drago Riter Ensemble

Das Drago Riter Ensemble (EleganCi) interpretiert Sinti- und Romalieder und internationale Hits aus Jazz und Rock neu. Seine Musik nennt Drago „Sinti-Swing“. Er singt mal Flamenco-Tenor, mal Balkan-Sinti und dann auch noch „fuckin‘ Bon Scott“ (AC/DC) mit einem Hauch Jugo-Akzent. Begleitet wird der temperamentvolle Kölner vom virtuosen Gitarrenspiel seines Sohnes Gustav David.

21.30 Unterführung Ebertplatz

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