So war es im Kulturzentrum in Stolberg

Trotz der Thematik – Krankheit und Sterben – fanden überraschen viele Filminteressierte den Weg ins Kulturzentrum Frankental in Stolberg. Und schwermütig war es keineswegs!
Beide Filme boten viele berührende und humorvolle Momente, und so tauschte man sich vor, zwischen und nach den Filmen bei gutem Wein und reichlich leckerem Laugengebäck aus über Filmgestaltung, Hospizbewegung, Krankenpflegeausbildung und so manches mehr.

Die erste Frage im Anschluss an Vor der Stille: wie ist Filmemacher Richard Dols zu diesem Thema gekommen? Er erzählt, dass ein Freund von ihm, den er lange nicht mehr gesehen hatte, im Hospiz war. Dessen Sohn rief ihn an und auf die Frage, wie es denn so ginge, sagte dieser, dass er guter Dinge sei und recht aktiv. Er habe einen schnellen Internetanschluss bekommen und ein iPad wurde ihm eingerichtet. „Ich dachte, das kann doch nicht sein, der ist doch so krank! Und ich wollte mehr über das Thema wissen.“

Bernd Wehbrink Geschäftsleiter des Hospiz am Iterbach bestätigt, dass es den Menschen mit dem Einzug ins Hospiz oft körperlich besser geht. Sie haben endlich all das, was sie brauchen und fühlen sich sicher. Richard Dols dazu: „Es gibt immer Ansprechpartner, vieles ist möglich, auch ein Käsebrot in der Nacht. Es ist fast wie in einem 5-Stene-Hotel und das gibt viel Kraft.“

Bemerkungen aus dem Publikum: „Der Film zeigt sehr schön, die Menschen sind nicht die Krankheit. Sie werden mit ihren seelischen und spirituellen Fragen ernst genommen.“

Man stellt fest, dass die Hospizbewegung in Deutschland hinterher hinkt, auch wenn es schon besser geworden sei, man könne viel von den Niederlanden lernen.

Träume habe ich viele zeigt uns Julio aus Kamerun während seiner Ausbildung zum Krankenpfleger. Sibylle Schmitz von der Schule für Pflegeberufe in Würselen ist auch im Publikum. Sie erzählt bei der anschließenden Diskussion, dass ihr besonders gefallen hat, Julio im Film öfters lachen zu sehen. Denn während der Ausbildung sei er häufig so ernst gewesen: „Wir fragten uns, ob das was gibt mit ihm“. Und ja, es hat was gegeben – er hat gut abgeschnitten in der Prüfung: „So einige Auszubildende mit Migrationshintergrund haben super abgeschnitten und die Noten Zwei oder sogar Eins erreicht“.

Viele im Publikum sind sehr berührt vom Film, stellen fest dass es wahrscheinlich  in Zukunft so einige Menschen mit Migrationshintergrund geben wird, „die uns pflegen“.  Und der Blick auf Julio lässt Vorurteile schwinden.

Das das so ist, verdanken wir Julio, der das Filmteam so nah an sich herangelassen hat, wofür sich Miriam Pucitta vom Filmteam ausdrücklich bei ihm bedankt.

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