Docfest on Tour in Alsdorf

Nach der Schließung von Bergwerk und Kokerei entstand auf dem Gelände des ehemaligen Steinkohlebergwerks Anna in Alsdorf das ENERGETICON, ein erlebnisorientiertes Museum und außerschulischer Lernort.

Docfest on Tour ist hier am Sonntag den 30.6.19 zu Gast. Gezeigt wird ein umfangreiches Programm zum Thema Energieerzeugung im Revier – WOHLSTAND und WIDERSTAND.

Programm

Kino Güterwaggon

11.15 – 12.00 Anna N.8 unter Dampf
12.15 – 12.55 Kokerei Anna
13.15 – 14.00 Anna N.8 unter Dampf
14.15 – 14.55 Vorbei die Zeit der schwarzen Kerle
14.55 – 15.15 Q&A
15.15 – 16.00 Anna N.8 unter Dampf

Fördermaschinenhaus

16.00 – 16.15 Öcher Blues mit Dieter Kaspari und Uwe Böttcher
16.15 4 im Revier
17.15 Begrüßung durch StädteRegion Aachen
17.30 Q&A
18.00 – 18.30 Öcher Blues mit Dieter Kaspari und Uwe Böttcher
18.30 – 20.25 Die Rote Linie
20.30 – 21.15 Q&A

Fahrradkino

11.30 -17.30 Das Grubenunglück in Alsdorf 1930
Film auf Abruf

Panoramaraum über der Waschkaue

11.30 – 12.10 Kokerei Anna
12.30 – 13.15 Anna N.8 unter Dampf
13.30 – 14.10 Vorbei die Zeit der schwarzen Kerle
13.30 – 14.10 Kokerei Anna
14.10 – 14.30 Q&A
14.30 – 15.15 Anna N.8 unter Dampf
15.30 – 16.10 Kokerei Anna

DVDs an der Kasse am Eingang käuflich zu erwerben:
Anna N.8 unter Dampf 12,- €
Kokerei Anna 10,- €

DocTalks

14.10 & 14.55 Filmgespräch zu Vorbei die Zeit der schwarzen Kerle mit Wolfgang Quest
17.30 – 18.00 Filmgespräch zu 4 im Revier mit Dieter Zeppenfeld, Inge Zeppenfeld, Tom Meffert und Protagonisten.
20.30 – 21.15 Filmgespräch zu Die rote Linie mit Karin de Miguel Wessendorf (Regie), Michael Zobel (Waldpädagoge), Boris Linden (Rheinisches Revier), Manfred Maresch (IG BCE) und Reiner Priggen (Landesverband Erneuerbare Energien NRW e.V.).

Moderation: Michael Chauvistré

Eintritt:
4,- € für die Energie-Erlebnis-Ausstellung und alle Filme
Eintritt ab 11.00 Uhr, Kassenschluss und Ende Energieausstellung um 18.30 Uhr (Beginn Hauptfilm).

Anreise:
Es wird empfohlen, mit der Euregiobahn anzureisen (RB 20 bis Alsdorf-Busch – Fahrplan).
Parkplätze sind vor dem Gelände des ENERGETICON in begrenzter Anzahl vorhanden.

Food & Drinks

  • Restaurant Eduard – Speisen und Getränke à la carte
  • Fördermaschinenhaus, Raum Schwarzes Gold – Buffet mit Kaffee und Kuchen, Snacks und kalten Getränken

Anna N.8 unter Dampf

Auf den beiden Grubenbahnhöfen Anna und Emil Mayrisch, vom Eschweiler Bergwerks-Verein betrieben, lliefen damals noch mehrere Dampfloks. Sie stellen Kokskohlen- bzw. Kokszüge zusammen. Der Film zeigt die Vorbereitug von Anna 8 für den Schichtdienst, den Reparaturbetrieb auf Emil Mayrisch mit dem Wechseln eines Heizrohres und den Rangierbetrieb. In einem Interview wird der hinstorische Hintergrund aufbereitet.

Deutschland |1992 | 40 min
Aufnahme, Schnitt, Kommentar Berthold Heizmann
Produktion LVR – Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte

Kokerei Anna

Einst galt sie als eine der größten Anlagen in Westeuropa – die Kokerei Anna in Alsdorf. Jahrzehntelang prägten die Dampfschwaden über den Kühltürmen die Silhouette der alten Bergbaustadt. Vor der Stilllegung der Kokerei im September 1992 aufgenommen, verfolgt der Film den Weg der Kokskohle zum fertigen Produkt Koks. Ein ergänzendes Interview erläutert die Vorgänge im und am Ofen und besonders die Nebengewinnung.

Deutschland |1992 | 40 min
Aufnahme, Schnitt, Kommentar Berthold Heizmann
Produktion LVR – Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte

Das Grubenunglück auf Grube Anna 2 in Alsdorf 1930

Dokumente des Grubenunglücks mit 279 Toten wurden von Georg Kehren vom Bergbauinformationszentrum Grube Anna e.V. zusammengestellt.

Um den Kurzfilm sehen zu können, muss man Strom erzeugen, indem man kräftig in die Pedale eines Fahrrads tritt.

Vorbei die Zeit der schwarzen Kerle

Alsdorf – Kumpel ohne Bergbau. Mit der Schließung der letzten Zeche des EBV, Emil Mayrisch, im Jahr 1992 bricht für viele Menschen eine Lebenswelt zusammen. Regisseur Wolfgang Quest fing die Stimmung damals ein und kommt zum Filmgespräch.

Deutschland |1994 | 40 min
Regie Wolfgang Quest 

4 im Revier

Fördertürme und rauchende Schlote – das waren die weit sichtbaren Zeichen für den  Bergbau im Aachener Revier, dem ältesten Steinkohlegebiet Europas.  Die erste Kohle kam am 8. Januar 1914 zu Tage. In den neunziger Jahren schließen die letzten beiden Zechen: Emil Mayrisch in Alsdorf und Sophia-Jacoba. Für die Kumpel und ihre Familien brachte das vielfältige Unsicherheiten mit sich: Arbeitslosigkeit oder berufliche Umorientierung, Abschied und neue Perspektiven.

Die ZINNOBER Film GmbH Aachen drehte von 1988 bis 1992 unter der Regie von Dieter Zeppenfeld eine dokumentarische Familienserie: 4 im Revier, das sind Udo Bontenbroich, seine Frau Petra, Mustafa Yalin und Margret Brack. Über 4 Jahre beobachtet die Serie, wie sich durch die Zechenschließungen das alltägliche Leben der Kumpel und ihrer Angehörigen verändert. In einer Mischung aus Spielhandlung und Dokumentation war 4 im Revier damit ein neuer Typ der Familienserie: die Protagonisten werden nicht von Schauspielern dargestellt, sondern im Mittelpunkt stehen vier Personen. Ihre Geschichte wird erzählt in einer Mischung aus direkt mit der Kamera eingefangen Szenen und der Nachbildung realer Ereignisse.

Ausgestrahlt wurden die 22 Folgen damals in Kanal 4, einem kulturellen Fenster auf der Frequenz von RTL. Wir zeigen eine Folge, in der der Kampf gegen die Schließung der Zeche Sophia-Jacoba in Hückelhoven im Mittelpunkt steht. Bemerkenswert, dass die Frauen der Bergarbeiter die ersten waren, die auf die Straße gingen. Sie haben an der Seite der Belegschaft um die Arbeitsplätze gekämpft und hatten dabei große Unterschützung des Betriebsrates. Im Rückblick hat diese Fraueninitiative nicht nur dazu beigetragen, die Zechenschließung hinauszuschieben und damit dem Strukturwandel Zeit zu geben. Sie hat auch den einzelnen Frauen bewusst gemacht, dass ihr Platz in der neuen Zeit nicht mehr nur an Heim und Herd sein würde.

Deutschland | 1990 | 59 min
Produktion ZINNOBER Film GmbH
Regie Dieter Zeppenfeld

Bilder von den damaligen Dreharbeiten

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Die Rote Linie – Widerstand im Hambacher Forst

Wenn 31.000 Polizisten gegen 100 Baumbesetzer anrücken und es zum Einsatz von Tränengas, Schlagstöcken und Hubsteigern kommt, dann wird ein gerade mal noch 550 Hektar großer „Stieleichen-
Hainbuchen-Maiglöckchen-Wald” zum Symbol des Widerstands. Der Kampf um den Hambacher Forst, das Ringen um den Ausstieg aus der Kohleverstromung und der wachsende öffentliche Widerstand zeigt eine lokale David-gegen-Goliath-Geschichte: Clumsy, der junge Waldbesetzer, Antje Grothus, Anwohnerin aus Buir und Mitglied einer Bürgerinitiative, Lars, ein Familienvater, der in einem Geisterort ausharrt und der Umsiedlung trotzt.

Seit 2015 begleitet die Regisseurin Karin de Miguel Wessendorf diese und weitere Protagonisten in ihrem anfangs einzelnen Aufbegehren bis hin zum später bundesweit bekannten gemeinsamen Protest gegen die Rodung des Hambacher Forstes. Gerade die Auseinandersetzungen im Herbst 2018 haben gezeigt, wie dringend eine öffentliche Diskussion zum Ausstieg aus der Kohle ist.

Deutschland |2019 | 115 min
Regie Karin de Miguel Wessendorf

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