Docfest on Tour im KuKuK an der Grenze Aachen | Raeren

Do. 21.10.2021​ |20:00 Uhr
KuKuK an der Grenze
Eupener Straße 420 (ehem. deutsches Zollhaus)
52076 Aachen

Stad onderweg (Stadt unterwegs)

Regie Jotja Bessems | NL 2019 | 52 Minuten
Original mit deutschen Untertiteln
Im Anschluss Diskussion mit Jotja Bessems
Moderation: Michael Chauvistré
Eintritt: 6 €

Do. 2.10.20201​ | 20:00 Uhr
KuKuK an der Grenze
Eupener Straße 420
(ehem. deutsches Zollhaus)
52076 Aachen
Eintritt 6 €

Stadt unterwegs erzählt eine Fluchtgeschichte im eigenen Land – eine vergessenen Geschichte an der Grenze von Kerkrade und Aachen, der Heimat der Filmemacherin. Ein gescheitertes Denkmal, Tausende Grenzbewohner auf der Flucht, eine Hügelland überflutet mit Vertriebenen. Der Film erzählt von einer persönlichen Suche, von der Verarbeitung von Kriegserfahrungen und der Bereitschaft, Andere auf zu nehmen.

Filmemacherin Jotja Bessems stößt auf eine unverarbeitete Geschichte ihrer Familie im Süd- Limburgischen Ort Kerkrade. Da gibt es ihren Onkel, der sein Leben Kriegsfotos widmete, und ihre Tante, die ihr ganzes Leben nicht schlafen konnte. So beobachtet Stadt unterwegs einen 80-jährigen Sammler von Kriegsobjekte, der immer noch voller Begeisterung Schüler unterrichtet, eine Frau mit Babykleidern – gespickt mit Granatsplitter – als einziges Andenken an die Familie, die sie nie gekannt hat, und ihren Deutschen Ehemann, der als Kind auf der anderen Seite der Grenze ähnliche Erfahrungen gemacht  hat.

Stadt unterwegs entwirrt die Geschichte der Evakuierung von Kerkrade am Ende des Zweiten Weltkrieges, und zeigt in berührender Weise, was es heißt, wenn man seine Heimat verlassen muss. Eine lokale und doch sehr universelle Geschichte.

Nach vielen bangen Stunden im Schutzkeller, erhält die Bevölkerung von Kerkrade am 25. September 1944 den Befehl die Stadt zu verlassen. Die Familie der Filmemacherin wird mit acht Kindern quer durch die Frontlinie geschickt, zusammen mit 30.000 anderen Einwohnern von Kerkrade. Ohne zu wissen wohin, und ob sie jemals zurückkehren werden. Unterwegs wird der Flüchtlingsstrom von Granaten getroffen. 13 Tote und zahlreiche Verwundete sind die Folge. Zehntausende Vertriebene überfluten das umgebende Hügelland. Das Dorf, in dem die Filmemacherin aufwuchs, nimmt vier Mal so viele Flüchtlinge auf, als es Einwohner hat.

Berührt durch die Emotionen, die diese Geschichte auch heute noch bei den Betroffenen auslöst, untersucht Jotja Bessems die Folgen von Krieg für die Menschen. Sie besucht ehemalige Evakuierte und geheime Unterkünfte von damals und fragt sich: wie verarbeitet man solche Erfahrungen in seinem Leben, als Flüchtling und als Außenstehender? Wie verhalten wir uns zu unserer kollektiven Geschichte und was bedeutet das für unsere Einstellung heute?

Docfest on Tour ist ein gemeinsames Projekt von

 

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